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Peter Drucker Forum 2023 – Kreative Resilienz

Verantwortlicher Autor: Hubertus C. Tuczek Wien, 10.12.2023, 16:49 Uhr
Presse-Ressort von: Hubertus C. Tuczek Bericht 5081x gelesen
Peter Drucker Forum 2023 in der Hofburg in Wien
Peter Drucker Forum 2023 in der Hofburg in Wien  Bild: Hubertus C. Tuczek

Wien [ENA] Einmal im Jahr treffen sich führende Wissenschaftler und Manager aus aller Welt in der Wiener Hofburg, um die neuesten Themen und Entwicklungen im Bereich der Führung zu diskutieren. „Creative Resilience – Leading in an age of discontinuity” lautete das diesjährige Thema.

Meine Erkenntnisse aus dem Peter Drucker Forum 2023: Das Risikomanagement ist eine gängige Praxis für Projektmanager. Sie bewerten die potenziellen Auswirkungen von Risiken sowie die entsprechende Wahrscheinlichkeit und setzen ein Preisschild daran. Sie tun dies auf der Grundlage Ihrer Erfahrung und der Ihres Teams. Aber wie bereitet man sich auf das Unerwartete vor - den schwarzen Schwan? In Israel ist es nicht ungewöhnlich, sich vorzustellen, dass ein Terroristenflugzeug in einen Wolkenkratzer stürzt. In den USA war dies bis zum 11. September 2001 nicht der Fall.

Aus der Katastrophe von Fukushima am 11. März 2011 lassen sich viele Lehren für die Führung in einer unerwarteten Krise ziehen. Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi führten das Erdbeben und der anschließende Tsunami zu einer Kernschmelze in drei Reaktoren mit den bekannten fatalen Folgen. Gleichzeitig gelang es dem Personal in einer zweiten Anlage (Daini) 11 km weiter südlich, innerhalb von 30 Stunden 8,8 km Hochleistungskabel zu verlegen, um die Kühlsysteme mit Strom zu versorgen und gleichzeitig die Pumpenmotoren zu ersetzen. Das Konzept "alle Mann an Deck" und das Reagieren mit Kreativität und gesundem Menschenverstand anstelle des Befolgens von Verfahren hat die Katastrophe in diesem Kraftwerk verhindert. Das ist kreative Resilienz!

Die Situation in den Kernkraftwerken ist natürlich eine besondere. Aber die daraus gezogenen Lehren sind ein Plädoyer für allgemeine Agilität in Organisationen, um besser auf eine VUCA-Welt reagieren zu können. Handeln wie ein Organismus und die Organisation zum autonomen Handeln befähigen. Die Systemreaktion wird dadurch robuster, was aber auch den Abschied vom Effizienzparadigma bedeutet. Stattdessen müssen die Muskeln der Organisation für adaptive Reaktionen gestärkt werden, indem Mitarbeiter abteilungsübergreifend in Netzwerken verbunden werden. Als Führungskraft muss man die Angst überwinden, Fehler zu machen, wenn man den standardisierten Weg verlässt und mutige Entscheidungen trifft. Viele Inspirationen zum Nachdenken!

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